Von Staatsempfang bis Sonnenaufgang – die Senioren des FC Davos in Portugal

Wenn 18 Senioren des FC Davos Ende März ins Trainingslager reisen, dann geht es natürlich in erster Linie um Fussball. Natürlich. Also zumindest auch. Dass dabei Teamgeist, Kameradschaft und einige sehr lange Abende ebenfalls eine wichtige Rolle spielen würden, war allerdings schon vor dem Abflug klar.
Vom 26. bis 29. März 2026 führte die Reise nach Tarouca in Portugal – perfekt organisiert von unserem Mitspieler und temporären Captain Migu Fernandes, der in der Region bestens vernetzt ist und den Senioren von Unterkunft bis zur Verpflegung zu sehr guten Bedingungen zur Verfügung stellte. Dass er dabei sogar den Gemeindepräsidenten persönlich kennt, sollte sich gleich am ersten Tag zeigen.
Ein Empfang wie Staatsgäste
Nach dem Flug mit EasyJet und der Ankunft in Portugal wurde die Delegation des FC Davos von Stamm-Busfahrer Leitao abgeholt. Nach einem kurzen Mittagessen ging es direkt zu einem ersten Highlight: einem offiziellen Empfang im Gemeindesaal von Tarouca. Dort wurde die Davoser Delegation tatsächlich wie offizielle Gäste höchst persönlich von Gemeindepräsident José Damião willkommen geheissen – ein Moment, den wohl niemand so schnell vergessen wird. Spätestens da war klar: Dieses Trainingslager würde speziell werden.


Nach dem Bezug der Unterkunft – einem Schulzentrum in Dalvares mit Kajütenbetten und einer klaren Aufteilung in Block A (die Anständigen) und Block B (die Partyfraktion) – ging es direkt auf den Trainingsplatz des SC Tarouca. Bei Prachtswetter, auf einem sehr harten Kunstrasen und mit Fussbällen, die ihre besten Jahre vermutlich schon vor einigen Jahrzehnten erlebt hatten, leitete Co-Trainer Paulo Machado das erste Training, welches schon nach wenigen Minuten sein erstes Opfer forderte (Name der Redaktion bekannt). Und immerhin ist jetzt klar: Beim nächsten Besuch bringt der FC Davos wohl eher neue Matchbälle als Gastgeschenke mit.
Der Abend wurde zunächst bei einem Nachtessen im Schulzentrum verbracht. Dort trafen noch die Familienmitglieder von Captain Bruno ein, die seinen Geburtstag mit dem Team, einem riesigen Kuchen und etwas Festgetränke feierten, bevor ein Teil der Mannschaft Tarouca weiter erkundete und einige Unermüdliche sogar noch den Weg ins Irish Pub im nahegelegenen Lamego fanden.
Die legendäre 7-Siach Challenge
Der Freitag begann mit einem ausgezeichneten Frühstück im Hotel Douro Cister – ein kulinarischer Lichtblick, der sich während des gesamten Aufenthalts bestätigte. Danach folgte das zweite Training unter der Leitung von Mister Cornermountain – inklusive der bereits legendären 7-Siach Challenge. Disziplinen wie Fussball-Curling, Flankenchallenges oder Teamdribblings sorgten nicht nur für sportlichen Ehrgeiz, sondern auch für viele Lacher. Weniger zu lachen hatten danach allerdings die sogenannten «Löscher», die die Challenge hoffnungslos verloren und am Abend ihre Wettschuld einlösen mussten: eine Gesangseinlage. Mit «Ai se tu pego» wurde diese Aufgabe aber durchaus ehrenhaft gemeistert.
Am Nachmittag stand ein kultureller Programmpunkt auf dem Plan: eine Führung durch die Caves de Murganheira mit Christiane und inklusive Degustation des feinen Sprudelgetränks. Nach einem weiteren Zwischenstopp im Casa de Paço, natürlich inklusive anschliessendem Abschlussgetränk, wartete am Abend ein ganz besonderes Highlight: Migu lud die gesamte Mannschaft zu sich nach Hause zu einem Grillabend ein. Bei viel Essen, lauter Musik, bester Stimmung und einer portugiesischen Version der Feuerzangenbowle wurde bis spät in die Nacht gelacht, diskutiert und gefeiert.



Lagerhits, Running Gags und perfekte Bettdecken
Musikalisch wurde das Trainingslager klar geprägt durch die mobile Soundanlage von Stanley, der gemeinsam mit DJ DJ (Dani Jussel) für den Soundtrack des Lagers verantwortlich war. Zum inoffiziellen Lagerhit wurde dabei «Ti Mojo Rozica» von Modrijani, während bei «Gute Laune» von GrossstadtEngel regelmässig getanzt wurde. Auch sonst entwickelte das Lager schnell seine eigenen Geschichten:

Co-Trainer Paulo Machado fiel als klarer Frühaufsteher auf – sein Bett in Block A war jeden Morgen perfekt gemacht und hätte problemlos als Musterbeispiel für Ordnung durchgehen können.
Stanley wiederum übernahm die Rolle des Motivators und Partychefs. Seine Energie schien grenzenlos und brachte selbst die Müdesten noch zum Lachen. Rui musste gefühlt dreissig Mal erklären, wie sein Name korrekt ausgesprochen wird, während die Mathematikkenntnisse von Urs und Stanley beim Biereinkauf dazu führten, dass die Mannschaft deutlich zu grosszügig kalkulierte. Trainer Eggi erhielt zwischenzeitlich den Übernamen CornerMountain, während Spieler Strolch – nach einem gesundheitlich schwierigen ersten Abend – liebevoll mit portugiesischem Pseudo-Akzent als «Strolla – Bolla – Cola» angesprochen wurde. Gerade er hatte mit dem von Hand organisierten Geschenkbild für den Gemeindepräsidenten aber auch einen wichtigen Beitrag zum positiven Eindruck des FC Davos geleistet.

Der sportliche Höhepunkt
Der Samstag begann erneut mit Frühstück und einem Spaziergang durch Tarouca, bei dem auch die Sponsoren der Lagertrikots besucht wurden – ein schönes Zeichen der Wertschätzung. Nach einem ruhigen Nachmittag folgte um 17.30 Uhr der sportliche Höhepunkt der Reise: das Freundschaftsspiel gegen die Senioren des SC Tarouca. Zur Pause lag der FC Davos noch mit 0:1 zurück. Doch offenbar zeigte die «seriöse Vorbereitung» der vorangegangenen Tage Wirkung. Mit viel Einsatz, Teamgeist und vielleicht auch etwas portugiesischer Inspiration drehte Davos das Spiel noch und gewann mit 2:1. Die Tore erzielten Aussenläufer Jussel sowie – sehr zur Freude der Mannschaft – Trainer Eggi persönlich. Besonders stark präsentierten sich im Spiel Dino und Chrischi, während der gesamte Auftritt der Mannschaft auch von den Gastgebern ausdrücklich gelobt wurde.

Gemeinsamer Abschluss – auf und neben dem Platz
Nach dem Spiel folgte ein gemeinsames Abendessen mit dem Gegner in einem sehr gemütlichen Restaurant – ein perfekter Abschluss des sportlichen Teils und ein schönes Zeichen der Fussballkameradschaft. Gemeinsam wurde selbstverständlich wieder der «Gute Laune Tanz» zelebriert.
Die letzte Nacht wurde dann entweder etwas ruhiger in Block A oder deutlich weniger ruhig im Ausgang von Lamego verbracht. Für einige – insbesondere Partychef Stanley mit seinem albanischen Busfahrer (Name der Redaktion bekannt) im Schlepptau – wurde es dabei sehr spät. Sehr spät bedeutete in diesem Fall: bis die portugiesische Sonne aufgeht.
Mehr als nur ein Trainingslager
Neben allen lustigen Episoden bleibt vor allem eines in Erinnerung: der aussergewöhnliche Teamgeist dieser Mannschaft. Das Trainingslager brachte viele gemeinsame Erlebnisse, unzählige Lacher, sportliche Highlights, einige Kater sowie kleine Tiefpunkte wie lange Wartezeiten oder die geringe Freude an Reis oder Kartoffeln. Aber genau in solchen Momenten kommen Teamgeist und gegenseitige Unterstützung sowie ein gekühltes Sagres am besten zum Tragen.
Die portugiesischen Gastgeber liessen den Senioren des FC Davos treffend wissen: Sie hätten selten eine so harmonische, respektvolle und gleichzeitig fröhliche Mannschaft erlebt.
Die Senioren bedanken sich bei allen Personen, die diese Reise ermöglicht haben. Ganz speziell der Gemeinde Tarouca sowie den Spielern Rui, Bruno und Paulo für den Transport vor Ort und ganz speziell Migu als Chef de Mission. Obrigado!

Das Highlight nach dem Trainingslager
Glücklicherweise besitzen die Senioren des FC nicht nur haufenweise begandete Künstler auf dem Platz, sondern auch einen ganz speziellen neben dem Platz. Unser Spieler „Strolch“ hat Highlights des Trainingslagers in einem Video festgehalten. Eine Erinnerung die immer bleibt.
Danke Strolla – Bolla – Cola !
Davos, 16. April 2026


