Eine schallende Ohrfeige zum Rückrundenauftakt

von Juniorentrainer

Für die Rückrunde hatten sich die Spieler des FC Davos viel vorgenommen, war doch die Punkteausbeute aus der Hinrunde sehr mager. Nach Eschen fuhr man deshalb nicht nur mit vielen guten Vorsätzen, sondern auch mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen. In der Hinrunde besiegte man den USV Eschen/Mauren zuhause mit 3-0, ehe die Partie aufgrund eines ärgerlichen Fehlers in der Aufstellung doch noch als 0-3 Forfait-Niederlage gewertet wurde.

Die Motivation war beiden Teams von Beginn weg anzumerken. Die Kontrahenten schlugen ein hohes Tempo an und waren bemüht, früh ein Zeichen zu setzen. So bekamen die Zuschauer in Eschen ein packendes Hin- und her zu sehen, was lange geprägt war von fehlender Konsequenz im Abschluss. Nach gut 25 gespielten Minuten zollte das tiefe, mit viel läuferischem Aufwand verbundene Pressing der Gäste seinen Tribut. Die Spieler des FCD konnten plötzlich nicht mehr mit dem Tempo der Hausherren mithalten. Nachdem FCD-Keeper Kevin Thammavongsa noch einige Male herausragend parierte, kam es wie es kommen musste und der USV ging mit 1-0 in Führung. Die konditionellen Mängel in den Reihen des FCD waren auch nach der Pause deutlich zu sehen. Gleich kurz nach Wiederanpfiff gelang den Gastgebern ein Doppelpack, welcher den Sieg für Eschen/Mauren bereits besiegelte. Danach hatte Davos seine beste Phase der zweiten Halbzeit und kam zu einigen hochkarätigen Möglichkeiten. Als eine dieser zahlreichen Chancen vergeben wurde und der direkte Gegenstoss zum 0-4 führte, war dies der Nackenschlag für den FCD. In der Folge musste man sogar noch das 0-5 hinnehmen, ehe kurz vor Schluss Flügelspieler Hürlemann wenigstens noch der Ehrentreffer gelang. Da es einem FCD-Spieler nach so einer Partie eher schwer fällt, die eigene Leistung zu beurteilen, soll hier für einmal die Leistung des Schiedsrichters hervorgehoben werden, der seine Pfeife hervorragend einsetzte.

Mehr als die sportliche Affiche machte rund um diese Begegnung die Abwesenheit von Coach Silvano Faustinoni und Captain Thim Van der Laan zu reden. Die Verantwortlichen des FCD hielten sich über das Fernbleiben der beiden bedeckt, was einige Medienvertreter dazu anregte, die Spekulationsmühle anzuwerfen. Von verschiedenen Seiten wurde berichtet, dass sich die beiden bei einem Geheimtreffen mit den sportlichen Verantwortungsträgern des SFV befunden hätten. Nach den letzten Auftritten der Schweizer Nationalmannschaft so kurz vor der EM ist die Position von Nati-Coach Petkovic alles andere als gesichert. Faustinoni hatte zuletzt mit revolutionären Trainingsmethoden auf sich aufmerksam gemacht, bei dem viel mit den Fäusten trainiert wird (FCD Online berichtete) und es ist ein offenes Geheimnis, dass der SFV auch deshalb grosses Interesse an einer Verpflichtung der Davoser Trainer-Ikone hat. Ebenso ist bekannt, dass Faustinoni gerne seinen Captain Van der Laan als Assistent hätte, zumal dieser als Experte für die benannte Trainingstechnik gilt und im Umfeld des FCD auch „die Doppelfaust“ genannt wird. Vorerst sind dies jedoch nur Gerüchte und die beiden müssen statt der Europameisterschaft mit dem harten Geschäft im Abstiegskampf vorliebnehmen.