C-Junioren zurück auf der Erfolgsspur

von Martin Zimmerli

Nach dem enttäuschenden Unentschieden beim CB Surses bot sich den C-Junioren des FC Davos beim Auswärtsspiel in Vaduz die beste Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Traf man doch bei den Lichtensteinern auf den bisher verlustpunktlosen Leader der laufenden Meisterschaft. Die Davoser waren denn auch von Beginn weg bestrebt, ihr wahres Geischt aufzuzeigen. Und so erkämpften sie sich in einem intenisven und gehaltvollen Juniorenspiel letztlich einen überzeugenden und verdienten 4:1 Auswärtssieg.

Offensichtlich liegen den Davoser C-Junioren Spiele gegen starke Gegener besser, als gegen eher schwächere Teams. Schon in Cazis hatten sie der Heimmannschaft mit einer starken Leistung die ersten drei Punkte abgeknöpft. Und mit demselben Ziel ging die Reise diesmal in die Hauptstadt des Ländles. Beide Teams brauchten kaum eine Anlaufzeit und es entwickelte sich vom Anpfiff weg eine intensive Partie. Zunächst gelang es allerdings keiner der beiden Mannschaften, sich entscheidende Vorteile zu verschaffen.

 

Spielerisch führten die Davoser die etwas feinere Klinge, doch die Startphase war geprägt von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Nach gut zehn Minuten spielte dann Severin Wenger einen klugen Diagonalpass mit dem Aussenrist (von wem hat er das nur gelernt...!?) in den Rücken der gegnerischen Verteidigung. Sara Chindamo überlief ihren Gegenspieler und umspielte daraufhin auch den herauslaufenden Torhüter und brachte die Davoser in Führung. Dieser schön herausgespielte Treffer verlieh den Davosern zusätzliche Sicherheit und trotz hohem Gegnerdruck wurden ihre Kombinationen nun immer sicherer.

Nur wenige Minuten später war es erneut Severin Wenger, der mit viel Übersicht und einem gut getimten Pass in den Rücken der Lichtensteiner Verteidiger einen Mitspieler freispielte. Diesmal war es Michael Schnetzler, der mit viel Tempo aus der Tiefe die Abwehr überlief und die Idealvorlage sicher zum zweiten Davoser Treffer verwerten konnte. Und bereits Mitte der ersten Halbzeit setzte der Davoser Mittelfeldregisseur Severin Wenger noch einen drauf und erhöhte diesmal selber zur beruhigenden Dreitore-Führung für die Gäste.

Die Gastgeber konnten in dieser Phase nur andeuten, weshalb sie die Tabelle bisher verlustpunktlos angeführt hatten. Sie verfügten über einige starke Einzelspieler und auch punkto Zweikampfhärte waren sie ein äusserst hartnäckiger Gegner. Doch die Davoser liessen sich davon keineswegs beeindrucken und spielten sehr konzentriert und hielten mit sehr viel Einsatz dagegen. So kontrollierten sie Spiel und Gegner weitestgehend und der aufmerksame Davoser Torhüter Sandro Gut musste nur vereinzelt eingreifen.

Dennoch gelangten die Gastgeber nur kurz nach dem dritten Davoser Treffer zu ihrem ersten Tor. Auf einen weiten Befreiungsschlag aus der Defensive startete ein Vaduzer Stürmer - allerdings aus einer Abseitsposition - Richtung Davoser Tor. Unterwegs entledigte er sich mit einem grenzwertigen Körpereinsatz noch seines letzten Gegenspielers und erzielte den Ehrentreffer für die Lichtensteiner. Am Charakter des Spiels änderte sich aber auch nach diesem Treffer nichts. Die Davoser waren das dominierende Team und kombinierten sich weiterhin zu guten Torabschlüssen. Dabei konnten sie sich auf eine äusserst zweikampfstarke Defenisve verlassen, die die gegnerischen Angriffe meist schon im Ansatz unterbinden konnte und so kaum je Gefahr vor dem Davoser Tor entstehen liess. So war es absolut verdient, dass die Gäste einige Minuten vor der Pause den alten Dreitore-Vorsprung wiederherstellen konnte. Erneut liess sich die Vaduzer Defensivabteilung vom Tempo der Davoser überraschen. Klaus Gröbner enteilte auf einen hohen Ball hinter die Abwehr seinen Gegnern und hob den Ball per Kopf über den herauslaufenden Torhüter.

Trozt guter Torchancen fielen bis zur Pause keine weiteren Tore mehr. Doch auch nach dem Seitenwechsel liessen die Davoser keine Reaktion der Einheimischen auf den Rückstand zu. Sie kontrollierten weiterhin mit viel Einsatz Spiel und Gegner. Sie kämpften aufopferungsvoll um jeden Ball und so konnten sich die durchaus gefährlichen Spieler des FC Vaduz nie durchsetzen. In der Davoser Verteidigung ging kaum je ein Zweikampf verloren und auch die Lufthoheit lag klar bei den Gästen. Und auch die Herausforderung, dass sich die Gastgeber nicht immer nur mit legalen Mitteln durchzusetzen versuchten, nahmen sie ohne Aufregung aber mit viel Einsatz an.

Spielerisch gelang zwar gegen den starken Gegner auch nicht immer alles nach Wunsch, doch immer wieder liessen die Bündner ihre Möglichkeiten aufblitzen. So kamen sie weiterhin zu guten Torgelegenheiten. Im Gegensatz zur sehr effizient geführten Startviertelstunde fehlte nun aber im Abschluss meist das nötige Quäntchen Glück. Mit der Zeit machte sich bei den Davosern dann das hohe Tempo und der grosse Einsatz bemerkbar. Zwar kämpften sie weiterhin vorbildlich, doch machten sich doch auch Anzeichen von Müdigkeit bemerkbar. Dies brachte die Gastgeber nochmals etwas besser ins Spiel. Sie gelangten nun ihrerseits vermehrt wieder zu Entlastungsangriffen. Doch da die Davoser Abwehr weiterhin äusserst souverän agierte und - trotz Müdigkeit - vom Mittelfeld auch weiterhin gut untersützt wurde, konnten sie diese Schlussphase unbeschadet überstehen. Im Gegenteil hätte kurz vor Abpfiff der Partie gar noch der fünfte Davoser Treffer fallen können oder gar müssen. Doch offensichtlich war Gian Bossi selber etwas überrascht, als er plötzlich völlig freistehend vor dem Lichtensteiner Torhüter zum Abschluss gelangte. So konnte er den Ball nicht kontrollieren und verpasste somit seinen persönlichen Torerfolg.

Doch so richtig traurig war niemand über diese verpasste Chance, blieb es doch auch so bei einem deutlichen und hochverdienten 4:1-Auswärtssieg gegen einen starken Gegner. Die Davoser zeigten sowohl spielerisch wie auch einsatzmässig ihr bestes Sonntagsgesicht. Hätten sie am vergangenen Wochenende nur ansatzweise so gespielt wie heute, hätten sie mit diesem Sieg die Tabellenführung übernommen. So liegen sie nun einen Punkt hinter den punkgleichen FC Vaduz und FC Thusis-Cazis, welche dann in der letzten Runde noch im Direktvergleich aufeinander treffen. Für die Davoser hingegen geht es nun darum, die gute Leistung auch in den folgenden Partien zu bestätigen, wenn es dann gegen vermeintlich etwas weniger starke Gegner geht. Denn nur so können sie beweisen, dass sie ihre Lektion aus der vergangenen Partie auch wirklich gelernt haben und nur so erhält der schöne Erfolg im Ländle letztlich auch seinen Wert.

Matchtelegramm

FC Vaduz - FC Davos    1 : 4  (1 : 4)
Samstag, 21.09.2013, 13:00 Uhr Rheinpark Vaduz, Kunstrasen
Schiedsrichter: Temiz Ozan

Startaufstellung:

  6    Tim Keuning 11  Joseph Groves  
       
  5    Maurus Castelmur 14  Severin Wenger 2    Sara Chindamo
1    Sandro Gut      
  7    Stina Neuenschwander 4    Flurin Grond 13  Simon Küchl
       
  3    Gian Bossi 12  Michael Schnetzler  

Auswechselspieler:

8 Tobias Lauber / 9 Klaus Gröbner

Tore:

12. 0 : 1 Sara Chindamo
14. 0 : 2 Michael Schnetzler
20. 0 : 3 Severin Wenger
23. 1 : 3  
33. 1 : 4 Klaus Gröbner

Auswechslungen:

25. Tobias für Joseph
Klaus für Simon
60. Simon für Sara
Joseph für Gian (Michael Aussenverteidiger rechts)
70. Gian für Severin
72. Sara für Michael

Bemerkungen:

79. Minute:    gelbe Karte für Klaus Gröbner (wegen Trinken ausserhalb des Spielfeldes)