Davoser Kämpferherz wird nicht belohnt

von Juniorentrainer

Nach der herben Schlappe vor Wochenfrist beim CB Scuol waren alle darauf gespannt, wie der FC Davos im Heimspiel gegen den FC Landquart reagieren würde. Nicht wenige erwarteten das nächste Desaster, zumal Landquart die Liga souverän anführt und bisher gerade mal eine Niederlage einstecken musste. Im Lager der Davoser herrschte aber nach dem Tiefschlag im Engadin Aufbruchsstimmung und es war den Akteuren im Vorfeld der kapitalen Partie anzumerken, dass sie sich nicht kampflos in die Unterklassigkeit durchreichen lassen werden. Für Aufmerksamkeit sorgten aber zunächst vielmehr die Anhänger des FCD, die für den Klassiker am Montag eine Protestaktion ankündeten. Grund dafür war die Ansetzung der Partie an einem Montag. Wie zuletzt in der Bundesliga, testeten auch die Verantwortlichen der 4. Liga von Graubünden das neue Format, um in Zukunft die Einnahmen durch die Vermarktung von Fernsehrechten zu steigern. Gerade Traditionsteams wie Davos oder Landquart garantieren hohe Einschaltquoten und könnten der Liga durch eine Ausdehnung des Spieltages neue Gelder einspielen. Die treuen Anhänger des Clubs sind über solche Entwicklungen alles andere als erfreut und wehrten sich am vergangenen Montag gegen die „Zerstückelung“ des Spieltages, indem sie dem Spiel fernblieben und der Klassiker vor weitgehend leeren Rängen stattfinden musste.

Die FCD-Fans sollten sich bald ärgern, dass sie ausgerechnet auf dieses Spiel verzichteten, denn die Faustinoni-Elf setzte die guten Vorsätze auf dem Platz in Taten um und begann stark. Das Heimteam überliess den spielstarken Landquartern das Spieldiktat und agierte aus einer kompakten Defensive heraus. Die Gäste bissen sich zwar am Davoser Bollwerk die Zähne aus, der FCD war dafür in der Offensive selbst relativ harmlos. Dies änderte sich in der 37. Minute schlagartig, als die Davoser für einen Moment ihre Klasse aufblitzen liessen und ihr gefürchtetes Direktspiel demonstrierten. Eine schnelle Spielauslösung leitete Luca Hubert per Volley herrlich direkt weiter auf Sturmspitze Corsin Ardüser und schon war die Defensive des Leaders ausgehebelt. Im Stile eines echten Knipsers blieb Ardüser vor dem gegnerischen Tor eiskalt und vollendete mit einem trockenen Flachschuss ins nahe Eck zum 1-0. Auch nach dem Pausentee war die Rollenaufteilung klar: Landquart rannte an und Davos verteidigte mit Leib und Seele. Schliesslich wurde der Druck aber zu gross und der FCD musste sich einen Doppelschlag der Gäste gefallen lassen (54. Und 63. Minute). Mit einer äusserst beherzten Leistung kämpften sich die Davoser nun Mal um Mal vor das gegnerische Tor, das Glück des Tüchtigen blieb den abstiegsgefährdeten Davosern aber verwehrt und so musste eine weitere Niederlage eingesteckt werden.

Die Leistung dürfte aber ein Weckruf gewesen sein und diese Form muss zwingend konserviert werden für den Endspurt. Der CB Scuol hat nun seinerseits mit einem Spiel gegen den FC Landquart die Chance an Davos vorbeizuziehen und dann folgt ein unglaublich spannendes Schlussprogramm: Beide Teams bestreiten die letzten Partien gegen dieselben Gegner (Samedan, Thusis und Surses), wobei der FCD jeweils vorlegen darf und Scuol danach liefern muss.